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Panoramablick auf die steinernen Häuser und den Turm der Altstadt von Radda in Chianti, mit Bäumen im Vordergrund und grünen Hügeln im Hintergrund.

Motezza Blog · Ziele im Chianti

Radda in Chianti: Mittelalter, Wein und toskanische Gelassenheit

Gerhard · Motezza · Greve in Chianti · 6 Minuten Lesezeit

Wer mit dem Motorrad durch das Chianti-Gebiet fährt, kommt an einem Ort kaum vorbei, und das ist auch gut so: Radda in Chianti. Der Ort liegt auf einem Hügel, von dem aus man weit über die Weinberge blickt. Diese Landschaft ist so typisch toskanisch, dass man sich fast wundert, warum nicht jede Postkarte genau hier aufgenommen wird.

Radda in Chianti, auf einen Blick
Entfernung von Greve
ca. 25 km, etwa 35 Minuten über Panzano und kleinere Straßen
Höhe
ca. 530 m ü. M., kühl und mit weitem Blick
Nicht verpassen
Castello di Volpaia, Piazza Ferrucci, Casa del Chianti Classico
Weiter nach
Gaiole in Chianti, Castelnuovo Berardenga, Eroica-Route

Geschichte zum Anfassen

Radda hat mehr zu bieten als nur gutes Licht für Fotos. Die Ursprünge reichen weit zurück, bis zu den Etruskern, wie archäologische Funde zeigen. Später war der Ort Sitz der Lega del Chianti, einer Art mittelalterlichem Schutzbündnis unter dem Kommando der Republik Florenz.

Das Herz des Ortes ist die Piazza Ferrucci, gesäumt vom Palazzo del Podestà mit seinen historischen Wappen und der Kirche San Niccolò, deren neugotische Fassade fast ein bisschen städtisch wirkt, ungewohnt für ein Dorf dieser Größe.

Zwischen Trockenmauern und Vinodukt

Ein Spaziergang durch Radda fühlt sich an wie eine Zeitreise mit Aussicht: gepflegte Gärten, kleine Steinhäuser, Trockenmauern, und zwischendurch immer wieder der Duft von Rosmarin, Erde und fermentierendem Traubensaft.

Unbedingt einen Abstecher wert ist das Castello di Volpaia, unweit des Ortskerns. In der mittelalterlichen Burg wird heute noch Wein und Olivenöl produziert, in alten Kirchen, Kellern und Nebengebäuden, die unterirdisch über ein sogenanntes Vinodukt miteinander verbunden sind. Volpaia ist längst kein Geheimtipp mehr, aber eines der ungewöhnlichsten und schönsten Weingüter der Toskana geblieben.

Lohnt sich

Das Castello di Volpaia liegt etwa 6 km nördlich von Radda auf einer asphaltierten Straße, gut erreichbar, kein Abenteuer, aber der Umweg lohnt sich trotzdem.

Für Weinfreunde und Kulturmenschen

In der Umgebung lohnt sich ein Abstecher zur Pfarrkirche Santa Maria Novella, deren romanische Ursprünge trotz Restaurierungen klar erkennbar bleiben. Wer sich für sakrale Kunst interessiert, sollte auch die Kirche Santa Maria in Prato besuchen, hier hängt ein Gemälde von Neri di Bicci, einem Meister der florentinischen Malerei des 15. Jahrhunderts.

Direkt daneben befindet sich die Casa del Chianti Classico, ein interaktives Zentrum rund um den berühmtesten Wein der Region, mit Ausstellungen, Kursen und einem kleinen Sinnesparcours. Selbst wer kein ausgesprochener Weinkenner ist, versteht danach ein bisschen mehr, warum dieser Landstrich so besessen von seiner Flüssigkeit ist.

Radda ist kein Ort, den man mal kurz mitnimmt. Es ist ein Ziel, das man erlebt, mit allen Sinnen.

Gerhard · Motezza · Greve in Chianti

Startpunkt für große und staubige Touren

Radda liegt ideal, um das restliche Chianti-Gebiet zu erkunden. Von hier sind Gaiole in Chianti und Castelnuovo Berardenga gut erreichbar, kleine Ortschaften, die zusammen das Herz des Chianti Classico bilden.

Wer staubige Abenteuer liebt, kann sich auf die Spuren der legendären Eroica-Radroute begeben: eine traumhafte Schotterstrecke durch das Chianti, die sich auch mit dem Motorrad sehen lassen kann und in eine andere Zeit führt.

Mit dem Motorrad nach Radda

  • Es gibt mehrere Wege nach Radda, die schönste Anfahrt ab Greve führt über Panzano und dann auf kleineren Straßen, kurviger und reizvoller als jede direkte Route, rund 35 Minuten
  • Parkplatz gibt es außerhalb der Mauern, direkt am Ortseingang, Motorrad parken kein Problem
  • Zum Castello di Volpaia geht es auf asphaltierter Straße, einfach erreichbar, lohnt sich
  • Die Eroica-Strecke ist Schotter und Erde, mit Straßenreifen machbar, aber nicht nach Regen
  • Radda liegt auf 530 Metern: morgens merklich kühler als im Tal, Jacke nicht vergessen

Kurz beantwortet

Wie weit ist Radda in Chianti von Greve entfernt?

Etwa 25 Kilometer, rund 35 Minuten über Panzano und kleinere Landstraßen. Es gibt mehrere mögliche Wege, die Strecke dorthin ist bereits ein Teil des Erlebnisses.

Was ist das Vinodukt im Castello di Volpaia?

Ein unterirdisches Leitungssystem, das die verschiedenen Produktionsgebäude der mittelalterlichen Burg miteinander verbindet. Wein und Olivenöl werden noch heute in den alten Kirchen und Kellern des Kastells hergestellt, das Vinodukt transportiert dabei die Traubenmaische zwischen den Gebäuden.

Kann man die Eroica-Route mit einem Motorrad fahren?

Grundsätzlich ja. Die Strecke führt über unbefestigte Schotterstraßen (strade bianche) durch das Chianti. Mit der Classic 350 und Straßenreifen machbar bei trockenen Bedingungen, nach Regen besser meiden. Tempo entsprechend anpassen.

Was ist die Casa del Chianti Classico?

Ein interaktives Informations- und Erlebniszentrum in Radda, das die Geschichte und Kultur des Chianti Classico erklärt. Mit Ausstellungen, Weinproben und einem Sinnesparcours. Auch für Nicht-Weinkenner interessant.

Lohnt sich Radda als Tagesausflug von Florenz?

Ja, aber dann am besten mit einem Motorrad ab Greve statt direkt mit dem Auto ab Florenz. So erlebt man die Landschaft dazwischen, nicht nur das Ziel.

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